Bankomatgebühren in Österreich

Euronet hat zB eine Bankomatgebühr für Bargeldabhebungen in Österreich eingeführt. Pro Abhebung werden für die Nutzer der etwa 70 Geldausgabeautomaten des US-amerikanischen Unternehmens 1,95€ fällig.

Bankomatgebühren – Kosten sind nicht offensichtlich

Bislang sind betroffene Bankomaten noch nicht ausreichend gekennzeichnet. Auch der Hinweis auf anfallende Kosten fehlt zu Beginn einer Transaktion. Erst kurz vor dem Beenden der Bargeldabhebung erscheint ein kleiner Hinweis im Display:

„Der Eigentümer diese Terminals, Euronet 360 Limited, wird dem Karteninhaber für die gewählte Transaktion eine Gebühr von EUR 1.95 berechnen. Diese Gebühr wird zusätzlich zu den eventuell anfallenden Gebühren die Ihr kartenausgebendes Kreditinstitut veranschlagt, berechnet. Wenn Sie mit der Gebührenerhebung einverstanden sind und Fortfahren möchten, drücken Sie bitte „Annehmen“. Wenn Sie keine Gebühr bezahlen und diese Transaktion abbrechen möchten, drücken Sie bitte „Abbruch“ auf dem Bedienfeld“.

Dieser Hinweis befindet sich jedoch am äußersten Rand des Sichtfeldes des Bankkunden. Viel deutlicher zu lesen ist das „Bitte bestätigen Sie“ im unmittelbaren Blickbereich des Nutzers. Viele Bankkunden übersehen dadurch möglicherweise den Hinweis auf anfallende Kosten. Das Problem bei solchen Drittanbietern ist, dass diese nicht an den österreichischen Bankenverbund angeschlossen sind und die Hausbanken selbst Kosten für die Fremdnutzung derer Bankomaten zahlen müssen.

Eine aktuelle Liste aller Bankomaten, bei denen aktuell Bankomatgebühren anfallen finden Sie hier auf girokonto.at.

Politiker sind sich uneinig

Schon Anfang Mai lud Finanzminister Jörg Schelling zum sogenannten „Bankomatgipfel“ ein. Das Ziel, keine zusätzlichen Bankomatengebühren zu erlauben, endete mit der Einigung auf ein landesweites Monitoring, das die Lage aufklären soll. Vorschläge aus Reihen der SPÖ, die Bankomatengebühren zu verbieten, konnte sich bislang nicht durchsetzen. Momentan steht es lediglich zur Debatte, dass kostenpflichtige Bargeldautomaten künftig gekennzeichnet werden sollen.

Geldautomat auf blauer Wand

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Wie immer trifft es den kleinen Mann

Der Großteil der Bevölkerung muss ohnehin schon jeden Euro berappen um über die Runden zu kommen. Wenn Sie sich nun vorstellen, dass sie unter Umständen sieben bis zehnmal Bargeld im Monat abheben, können Ihnen bei der Nutzung kostenpflichtiger Bankomaten schon zusätzliche Kosten in Höhe von knapp 14 bis 20 Euro entstehen. Oftmals heben Menschen, denen nicht viel Geld zur Verfügung steht, häufiger Geld ab. Und je mehr Abhebungen, desto höher die Kosten.

Blick in die Zukunft: Bleiben Bankomatengebühren bestehen?

Zumindest die Nutzung der hauseigenen Bankomaten wird wohl, laut Aussage von Hans Jörg Schelling, vorerst kostenfrei bleiben. Damit die Verbraucher rechtzeitig gewarnt werden, fordert er eine gesonderte, farbliche Kennzeichnung, für kostenpflichtige Bankomaten. Derzeit wird geprüft, ob hierfür eine Gesetzesänderung von Nöten ist, oder ob eine entsprechende Verordnung ausreicht. Eine endgültige Entscheidung hierüber soll spätestens bis zum Herbst getroffen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Doch auch über die Zulässigkeit der Bankomatengebühren wird weiter fleißig diskutiert. Theoretisch wäre es auch möglich, dass dieBankomatgebühren pünktlich zum 01. Jänner 2017 mit Hilfe der Gesetzgebung abgeschafft werden, vorausgesetzt die österreichischen Koalitionspartner können eine Einigung zu diesem Thema erzielen. Dies ist jedoch in Anbetracht der aktuellen Situation im Bereich der Geschäftsbanken eher unwahrscheinlich.

Quellen:
http://derstandard.at/2000047372590/Stoeger-klagt-BAWAG-wegen-Umstellung-auf-Konten-mit-Bankomatgebuehren
http://derstandard.at/2000047340747/Naechster-Vorbote-fuer-Bankomatgebuehren
http://help.orf.at/stories/2808032/

Bildquellen:

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